rückenwind e.V. | Aus dem Leben von Frank und Co.
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Aus dem Leben von Frank und Co.

Frank:

„Frank, trink nicht so schnell! Der Kaffee ist heiß!“ Martina drückt sanft seine Hand, in der Frank die Tasse hält zurück auf den Tisch. „Ja, ja“, sagt Frank und lächelt.  Er weiß eigentlich, dass man den frisch gekochten Kaffee abkühlen lassen muss bevor man ihn trinkt. Aber er hat es wieder vergessen. Wie er so vieles immer wieder vergisst. Die Mitarbeiterinnnen müssen ihn stetig erinnern. An das Zähne putzen, an das Rasieren. Obwohl Frank schon wieder viel dazu gelernt hat. Die Ärzte hatten ihn nach seinem erlittenen Anorisma vor 4 Jahren zunächst aufgegeben. Über 90 % der Menschen, die dies erleiden, sterben daran. Frank hat es überlebt dank seiner Eltern, die ihn nicht aufgegeben haben. Die für ihn gekämpft und alles Menschmögliche getan haben, um ihn ins Leben zurück zu holen. Nach einiger Zeit konnte er wieder laufen, sprechen und alleine essen. Es ist ein Wunder, dass Frank zufrieden lächelnd im Stadion sitzt und aufmerksam das Geschehen auf dem Fußballplatz beobachtet. Er ist jedoch nicht mehr der, der er vorher war: Frank war mit Ende 30 voll im Geschäft mit Business, er war verheiratet und hat einen Sohn. Alles lief perfekt: bis zu dem Tag, als er einfach umfiel. Von da an drehte sich sein gesamtes Leben und das seiner Angehörigen. Ein Kampf um Leben und Tod begann: Frank hat sich fürs Überleben entschieden. Und in diesem Leben ist für den erfolgreichen Businessmann kein Platz mehr. Frank ist seitdem ein anderer. Er ist ein glücklicher Mann, der viel lacht und sich über viele kleine Dinge in seinem Leben freut. Man kann nicht genau sagen, auf welchem geistigen Niveau er sich befindet. Mal ist er 6 Jahre alt, manchmal schaut aber auch der alte Frank durchs Fenster und erzählt von den Autos, die er gefahren hat, von seinen Discobesuchen und seinem Sport. Er erzählt lustig und hat einige Anekdoten drauf, die die Mitarbeiterinnnen zum Schmunzeln bringen. Dennoch benötigt er auf allen Ebenen des alltäglichen Lebens Hilfe: er kann sich nicht allein orientieren, er kann sich nicht allein versorgen und benötigt ständige Aufforderung, Dinge zu tun. Dabei macht Frank aber keinen unglücklichen Eindruck. Man hat den Eindruck, dass er sich in seinem neuen Leben gefunden hat, auch dank der Hilfe und Unterstützung der Mitarbeiterinnen von rückenwind, die alles für ihn tun, damit es ihm gut geht. Sie geben ihm einen Rahmen, der sehr familiär und schön ist. „Wir haben Frank alle ins Herz geschlossen und er gibt uns mit seiner Art viele positive Dinge zurück, die wir nach Dienstschluss mit nach Hause nehmen!“  Wir freuen uns sehr, dass Frank viel Fortschritte macht und wir ihn dabei begleiten dürfen.

 

Anja Hecht